Bandverletzungen des Kniegelenks:
Kreuzbandriss
Ein Kreuzbandriss ist nicht immer durch eine Untersuchung sicher festzustellen. Der Arzt sucht nach Hinweisen, die auf eine Kreuzbandverletzung schließen lassen. Liegt ein Erguss (Flüssigkeit) im Gelenk vor, wird eine Kniegelenkspunktion durchgeführt. Fast in 95 % aller Fälle ist der Nachweis von Blut im Gelenk mit einem Kreuzbandriss verbunden. Die Stabilitätstests ergeben weitere Hinweise.
Verfügt der Patient über eine gut ausgebildete Muskulatur, ist nicht immer ein Erguss oder eine Instabilität nachzuweisen. Endgültige Klarheit über das Vorliegen einer Kreuzbandverletzung bringt dann die Kernspintomographie.
Das vordere Kreuzband gilt als der zentrale Pfeiler im Kniegelenk. Ein Riss führt bei jeder Kniebewegung zu ständigen Reibebewegungen zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Diese Mikroinstabilität führt zu raschem Gelenkverschleiß und zur Gelenkzerstörung (Arthrose), ohne dass der Betroffene etwas spürt.
Meist bessern sich die akuten Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen stetig und normales Gehen ist nach 14 Tagen wieder schmerzfrei möglich. Die Patienten glauben dann an eine spontane Besserung. Nur bei ca. 20 Prozent der Betroffenen verbleibt ein Instabilitätsgefühl mit plötzlichem Kontrollverlust über das Kniegelenk. Völlig unvermittelt verlieren die Patienten die Kontrolle über das Gelenk und knicken weg. Dieses Phänomen wird als Giving-way bezeichnet.
Ein Kreuzbandriss sollte immer dann operativ stabilisiert werden, wenn der Patient noch aktiv sein will und sein Kniegelenk noch keine Arthrosezeichen aufweist. Es muss in jedem Fall stabilisiert werden, wenn eine Begleitverletzungen oder Giving-ways auftreten.
Grundsätzlich gibt es keine Altersgrenzen. Eine Kreuzbandoperation ist gerade bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen indiziert, genauso wie beim 60-jährigen Patient mit normalen Knorpelverhältnissen.
Bei der Operation wird das alte Kreuzband durch körpereigene Sehnen ersetzt.
Ziel der Kreuzbandersatzoperation (VKB Plastik) ist die völlige Wiederherstellung der Bewegungs- und Belastungsfähigkeit des Kniegelenks.
Riss des vorderen Kreuzbandes
Der vordere Kreuzbandriss stellt meist ein
dramatisches Ereignis dar. Durch seine anatomische Lage im Gelenk führt es bei Verletzungen fast immer zu Einblutungen. Das Kniegelenk wird rasch „dick“ und füllt sich mit Erguss.
Kreuzbandrisse kommen besonders häufig in den Spielsportarten (Fußball, Handball) oder beim Wintersport vor. Gerade die Einführung von Carving-Ski hat die Belastung auf die Kniegelenke wesentlich erhöht. Durch die Kurvenbeschleunigung treten besonders hohe Drehmomente auf, die im Sturz dann zum Kreuzbandriss führen. Geradezu klassisch ist aber auch das einfache Umfallen in der Liftschlange mit Verdrehen des Kniegelenks in Beugestellung.
Riss des hinteren Kreuzbandes 
Der Riss des hinteren Kreuzbandes ist ein sehr seltenes Ereignis. Im Verhältnis zum vorderen Kreuzbandriss kommt es 1:10 vor. Häufig ist es mit einer Verletzung des Außenbandes kombiniert.
Hintere Kreuzbandersatzoperationen sind seltene Operationen. Das hintere Kreuzband ist schwerer zugänglich und die verfügbaren Operationsmethoden sind mit den guten Ergebnissen der vorderen Kreuzbandchirurgie nicht vergleichbar.
Operative Stabilisierungen des hinteren Kreuzbandes sollten nur bei ausgewählten Patienten an Zentren mit hoher Operationszahl vorgenommen werden. Ansonsten ist die konservative Therapie mit Schienenbehandlung und muskulärer Stabilisation vorzuziehen.
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Bei der Kreuzband-Operation wird das alte Kreuzband durch körpereigene Sehnen ersetzt.
Alle Informationen in unserer Knie-Broschüre zum Download...



