Kniegelenksersatz - Aktuelle Möglichkeiten

Die Endoprothetik gehört fraglos zu den großen Errungenschaften der modernen Medizin und der Ersatz eines Kniegelenks ist längst „Routine“. Jährlich werden in Deutschland mehr als 100.000 Prothesen des Kniegelenks implantiert.

Bei einer schweren, fortgeschrittenen Arthrose aller Gelenkanteile ist ein künstliches Kniegelenk in die therapeutischen Überlegungen mit einzubeziehen.


Wann ist ein künstliches Kniegelenk sinnvoll?

Ziel eines künstlichen Gelenkersatzes ist immer die Wiederherstellung der Lebensqualität der durch Schmerz und Bewegungseinschränkungen geplagten Patienten.

Von ärztlicher Seite können wir nur im Vorfeld alle therapeutischen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Beschwerden zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern. Ist keine andere Therapieoption als ein künstliches Gelenk mehr vorhanden, bestimmen Sie als Patient selbst, wann Ihre Beschwerden die Operation notwendig werden lassen.

Zu langes Warten kann allerdings auch die operativen Möglichkeiten einschränken bzw. einen weitgehenderen Gelenkersatz notwendig machen. Ein künstlicher Gelenkersatz ist keine Frage des Alters, sondern der persönlichen Einschätzung der eigenen Lebensqualität! Wenn einfaches Laufen ohne Schmerzen nicht mehr möglich ist, ist das auch für einen jungen Menschen nicht tolerierbar.

Früher ging man davon aus, dass man ein künstliches Gelenk nur einmal einsetzen kann. Heute sind moderne kleine Teilimplantate verfügbar, die Operationstechniken werden immer knochensparender und die Implantate selbst verschleißen deutlich langsamer. Eine moderne Endoprothese kann heute auch mehrmals gewechselt werden.


Materialien und Haltbarkeit

Die Materialien, die für eine Knieprothese verwendet werden, müssen höchsten Anforderungen entsprechen. Sie sollen eine gute Gleitfähigkeit mit minimaler Reibung aufweisen und dabei kaum Abrieb erzeugen, denn Abrieb ist der eigentliche limitierende Faktor für den sicheren Halt eines Gelenkersatzes.

Die medizinische Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten spezielle Werkstoffe und Designs für anatomische und körperfreundliche Gelenkimplantate entwickelt, die möglichst lange im menschlichen Körper bleiben und fehlerfrei funktionieren. Nach Möglichkeit werden heute nur die verschlissenen Gelenkoberflächen ersetzt.

▪ Der Oberschenkelanteil der Knieprothese besteht aus Titan oder komplexen Metalllegierungen.
▪ Der Schienbeinanteil der Knieprothese besteht aus einer Metallkomponente, auf der eine Kunststoffauflage aus ultrahochmolekularen Polyethylen die Gleitfläche bildet.

Die Prothesenanteile können mit und ohne Zement implantiert werden. Der unzementierte Gelenkersatz ist, wenn möglich, immer die erste Wahl. Durch die leicht poröse Oberflächenbeschichtung der Prothesenteile kann der Knochen im Laufe der ersten Monate nach der Operation in die Prothese einwachsen. So entsteht in kürzester Zeit eine natürliche und stabile Verbindung zwischen Knochen und Implantat.

Wenn die Knochensubstanz zu weich oder zu stark ausgedünnt ist, kann die Prothese nicht auf diese Art eingesetzt werden. Sie muss mit einer speziellen Kunstharzverbindung in den Knochen „zementiert“ werden. Das Kunstharz härtet innerhalb von Minuten aus und sorgt ebenfalls für eine sichere Verbindung von Knochen und Implantat.


Für jede Gelenksituation die passende Endoprothese

teilweiser Oberfächenersatz
Totalendoprothese

Es gibt zwei verschiedene Arten von künstlichen Kniegelenken:

Die erste Möglichkeit des Gelenkersatzes ist der teilweise Oberflächenersatz, der auch unikondylärer Kniegelenk-Oberflächenersatz genannt wird. Bei dieser Form der Prothese wird nur der eine Teil des Kniegelenks „ersetzt“. Diese Form des Gelenkersatzes erlaubt eine sofortige Belastung nach der Operation und stellt die schmerzfreie Beweglichkeit des Kniegelenks wieder her.

Die zweite Prothesenart ist der komplette Oberflächenersatz, auch Knie-TEP (Knietotalendoprothese) genannt. Dabei werden beide Flächen der Gelenkpartner komplett ersetzt.

Der operative Eingriff für einen Kniegelenk-Oberflächenersatz dauert normalerweise etwa zwei Stunden und muss stationär im Krankenhaus erfolgen. Die MedCenter Ärzte sind dazu konsiliarärztlich im Krankenhaus Kemnath tätig.


Nach der Operation

Die ersten zehn bis zwölf Tage nach der Operation sind für die Wundheilung in der Klinik vorgesehen. Das Knie kann nach der Operation sofort wieder teilbelastet werden.

Der Rehabilitationsaufenthalt nach einem operativen Kniegelenkersatz dient der Wiederherstellung der allgemeinen Beweglichkeit und dem Aufbau des umgebenden Muskelgewebes zur Stabilisierung des neuen Gelenkes. Häufig ist die Muskulatur durch die jahrelange schmerzbedingte Schonung abgeschwächt und wenig trainiert.

Ein Klinikmitarbeiter wird sich mit dem Patienten über die möglichen Rehabilitationseinrichtungen unterhalten und die entsprechenden Formulare ausfüllen. In der Regel können die Patienten zwischen einer stationären, teilstationären oder auch ambulanten Reha wählen.


Nachbehandlung

Nach Ihrem Krankenhausaufenthalt und der Reha kümmert sich Ihr behandelnder MedCenter-Arzt gemeinsam mit dem Hausarzt um die weitere Betreuung und die Nachkontrollen in unserer Sprechstunde.

Dort werden auch individuelle Vorsichtsmaßnahmen, Verhaltensweisen und all Ihre offenen Frage geklärt.

Das ist die MedCenter-Philosophie: Wir betreuen vor und nach der Operation.

Knie gesamt: Bänder und Knorpel

Selbst bei einfachen Schritten muss das Knie ein Mehrfaches des Körpergewichts tragen. Dabei müssen die Gelenkpartner Ober- und Unterschenkel durch Bänder und Muskeln zueinander stabil gehalten werden. 

 

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