Das Kniegelenk

 
Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Der komplexe Aufbau ermöglicht in einem Bewegungsablauf gleichzeitig Roll-, Gleit- und Dreh­bewegungen.

Das Knie unterliegt hohen mechanischen Ansprüchen. Selbst bei einfachen Schritten muss ein Mehrfaches des Körpergewichts an Belastung getragen und reibungsfrei weitergegeben werden. Dabei müssen die Gelenkpartner Ober- und Unterschenkel durch Bänder und Muskeln zueinander stabil gehalten werden.

Die Druckverteilung ist im Gelenk von großer Bedeutung. Dazu dienen neben dem Knorpelüberzug der beiden Gelenkpartner die Meniskusscheiben. Großen Einfluss nimmt aber auch eine gerade Beinachse. So führen O- oder X-Bein zu einseitiger Gelenkbelastung.

Der Bandapparat bestehend aus den beiden Seitenbändern und den beiden Kreuzbändern stabilisiert das Gelenk in Beugung und Streckung. Lockere Bänder führen zu vermehrtem Abrieb und Verschleiß im Gelenk.
Die Kniescheibe ist ein fester Bestandteil des Strecksehnenapparates und gleitet in einer vorgegebenen Rinne zwischen den Oberschenkelgelenkrollen über das Kniegelenk. Kniescheibe und Gelenkrinne passen in ihrer Form exakt zueinander. Nicht selten führen angeborene Anomalien dieser Gelenkpartner zu Schmerzen bis hin zur Kniescheibenverrenkung.

Während Kniegelenksverletzungen oft durch die äußere Gewalteinwirkung und spezifische Beschwerden leichter zu diagnostizieren sind, nimmt die häufigere Verschleißerkrankung des Kniegelenks einen langsamen Verlauf mit verschleierter Symptomatik. Bei durchschnittlich 3000 Schritten, die ein Mensch am Tag macht, können kleine Störungen im Gelenk über die Zeit zu großen Veränderungen bis hin zur Zerstörung des Gelenks, der sogenannten Arthrose, führen.