Riss des vorderen Kreuzbandes

 
Der vordere Kreuzbandriss stellt meist ein dramatisches Ereignis dar. Durch seine anatomische Lage im Gelenk führt es bei Verletzungen fast immer zu Einblutungen. Das Kniegelenk wird rasch „dick“ und füllt sich mit Erguss.

Kreuzbandrisse kommen besonders häufig in den Spielsportarten (Fußball, Handball) oder beim Wintersport vor. Gerade die Einführung von Carving-Ski hat die Belastung auf die Kniegelenke wesentlich erhöht. Durch die Kurvenbeschleunigung treten besonders hohe Drehmomente auf, die im Sturz dann zum Kreuzbandriss führen. Geradezu klassisch ist aber auch das einfache Umfallen in der Liftschlange mit Verdrehen des Kniegelenks in Beugestellung.

Das vordere Kreuzband gilt als der zentrale Pfeiler im Kniegelenk. Ein Riss führt bei jeder Kniebewegung zu ständigen Reibebewegungen zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Diese Mikroinstabilität führt zu raschem Gelenkverschleiß und zur Gelenkzerstörung (Arthrose), ohne dass der Betroffene etwas spürt. Meist bessern sich die akuten Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen stetig und normales Gehen ist nach 14 Tagen wieder schmerzfrei möglich. Die Patienten glauben dann an eine spontane Besserung. Nur bei ca. 20 Prozent der Betroffenen verbleibt ein Instabilitätsgefühl mit plötzlichem Kontrollverlust über das Kniegelenk. Völlig unvermittelt verlieren die Patienten die Kontrolle über das Gelenk und knicken weg. Dieses Phänomen wird als Giving-way bezeichnet.