Stabilisierende Eingriffe an der Gelenkkapsel (Bankart Repair)

Je nach Ausmaß und Richtung der Luxation oder Instabilität muss die Schultergelenkskapsel stabilisiert werden. Allen Verfahren gleich ist die Befestigung und Raffung der meist schlaffen Gelenkkapsel am Pfannenrand mit Refixa­tion der ausgerissenen Pfannenrandlippe (Bankart Defekt).

Dazu wird die Kapsel mit Nahtmaterial durchzogen und dann über kleine Dübel im knöchernen Pfannenrand befestigt. Diese Fixationsstifte sind ebenfalls auf­lösbar.

Bei einer unfallbedingten Luxation werden sehr oft die vorhandenen Schutzvorrichtungen der Schulter im Mitleidenschaft gezogen. Eine Kernspinuntersuchung ist in jedem Fall Pflicht.

Stabilisierender Knocheneingriff

Gehäufte und regelmäßige Luxationen führen zu einem Knochenverlust an der Pfanne. Diese wird dann so klein, dass sich der Oberarmkopf nicht mehr in der Pfanne halten kann. In solchen Fällen ist ein Knochenersatz bzw. ein stabilisierender Eingriff an der Gelenkpfanne notwendig.

Die derzeit beste Methode ist die sogenannte Latarjet-Operation. Dabei wird ein natürlicher Knochenfortsatz, der unmittelbar am Schulterblatt neben dem Schultergelenk liegt, samt einer Sehne abgelöst und auf dem Knochendefekt verschraubt. Durch diese Verschraubung wird die Pfanne in ihrer Fläche erheblich vergrößert und der Oberarmkopf kann nicht mehr über diesen Defekt hinaus luxieren.

Diese Operation wird über einen kleinen Schnitt vor der Schulter durchgeführt und bedarf einer Nachbehandlung über drei Monate. Bei gutem Verlauf kann der Patient eine stabile, sporttaugliche Schulter ohne merkbare Bewegungseinschränkungen erwarten.

Nachbehandlung

 
Im Gegensatz zu fast allen anderen Schulteroperationen
, bei denen die schnelle vollständige Beweglichkeit wieder erzielt werden soll, ist bei den stabilisierenden Operationen zunächst ein festes Schultergelenk das Ziel. Erst wenn die Einheilung der Kapsel erzielt ist, beginnt die vollständige Mobilisierung des Gelenks.

Ein  frühzeitiges  Erreichen  des  vollen  Bewegungsumfangs  ist  deshalb  eher ein schlechtes, als ein gutes Zeichen. Die Bewegungsvorgaben sind höchst individuell zu treffen und ein festes Schema ist deshalb nicht unbedingt angezeigt. Trotzdem kann für die häufigste Operation, dem sogenannten Bankart-Repair ein Grundschema erstellt werden. Es ist hier zu finden.