Schulterengpass-Syndrom (Impingement-Syndrom)

 
Als Schulterengpass-Syndrom (englisch: Impingement-Syndrom) bezeichnet man eine Verengung des Raumes zwischen Schulterdach und Oberarmkopf. Dadurch kann eine Schleimbeutelreizung entstehen, die im weiteren Verlauf zu einer Schädigung der Rotatorenmanschette führen kann.

Der von Natur aus sehr enge Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf birgt wichtige Strukturen für die Funktionen des Schultergelenkes. Da der Kopf des Oberarmknochens nicht kreisrund ist, verengen Abspreiz- oder Überkopfbewegungen des Armes diesen Raum zusätzlich, so dass schon geringe Veränderungen in diesem Bereich zu schmerzhaften Beschwerden führen können.

Der Raum zwischen Schulterdach und Gelenk wird z.B. zu eng, wenn

  • der Oberarmkopf zu hoch tritt,
  • knöcherne Randanbauten im Zuge einer Verschleißerkrankung entstehen oder
  • sich in den Sehnen Kalkherde bilden.

Im ersten Fall liegt meist eine funktionelle Störung vor: Die Sehnenhaube kann den Oberarmkopf nicht mehr in der Gelenkpfanne zentrieren.
In den anderen beiden Fällen spricht man von einer strukturellen Ursache des Schulterengpasses.

Es gibt aber auch anatomisch angeborene Bedingungen, die sehr häufig zu einem strukturellen Schulterengpass-Syndrom führen. Ganz entscheidend ist die so genannte Schulterdachform. So unterscheidet man das "normale" aufsteigenden Schulterdach von einem bogenförmigen oder gar hakenförmigen Schulterdach.
20 Prozent aller Menschen haben ein solches bogen- oder hakenförmiges Schulterdach, das man letztlich als "eine Veranlagung zum Schulterschmerz" bezeichnen muss.

Während das hakenförmige Schulterdach sehr selten ist und häufig schon vor dem 30. Lebensjahr operiert werden muss, führt das bogenförmige Schulterdach schleichend zu Beschwerden. Diese Patienten suchen häufig erst im fortgeschrittenen Alter, meist ab dem 5. Lebensjahrzehnt, zum ersten Mal ärztlichen Rat wegen ihrer Schulterschmerzen.

Patienten mit einem normalen aufsteigenden Schulterdach sieht man fast nie in einer Schultersprechstunde.